Psychologie – Kreativität – Qualität

Wahrnehmung, Realität und was ist überhaupt Wahrheit?

Ich bin heute über eine interessante Studie darüber gestossen, wie die Deutschen Ihr Land wahrnehmen und wie dagegen die Realität aussieht. Vieles ist erwartet und bestätigt das Bild einer liberalen, modernen Gesellschaft. Dass sich wesentlich mehr Deutsche als glückliche Menschen einschätzen, ist eine direkte Folge der Tatsache, das sich Deutschland auch in Krisenzeiten als politisch und gesellschaftlich stabil erweist.

Auffällig ist die Diskrepanz hinsichtlich der Wahrnehmung und der Realität des Anteils von Muslimen an der deutschen Bevölkerung, der viermal so hoch eingeschätzt wird, wie er realiter ist. Vielleicht werden hier Geflüchtete und Muslime in der Wahrnehmung als eins wahrgenommen.

Vielleicht wären diese Zahlen heute – nachdem die populistischen Parteien in Holland und Frankreich in den Wahlen nicht erfolgreich waren, sich das Gefühl in Großbritannien breit macht, dass der Brexit vielleicht nicht beste Idee ist und Donald Trump die Sprachlosigkeit immer wieder auf’s Neue toppt anders (die vorliegende Studie spiegelt den Stand vom Spätherbst 2016 wider).  Die Idee von einem einigen Europa ist wieder auf dem Vormarsch und es scheint, als würde der Blick stärker auf die Vorteile denn auf die Missstände der EU gelegt, die es immer geben wird. Und vielleicht kommt beim Blick in die Welt doch wieder stärker die Erkenntnis zum Vorschein, dass zumindest der Großteil der Deutschen hier ein alles in allem zufriedenes Leben führen kann.

Wie wird sich dieses Stimmungsbild auf die Bundestagswahlen im Herbst diesen Jahres auswirken? Liegt die SPD mit Ihrem Schwerpunkt ‚Soziale Gerechtigkeit‘ richtig? So wichtig und aktuell dieses Thema auch ist, wird es der Mehrheit wahrscheinlich eher um Sicherheit und darum gehen, auch in Zukunft glücklich und zufrieden sein zu können – für diese 84% wird der aktuelle Status bereits positiv erlebt, weswegen es bei diesen Wahlen wohl viel stärker um das Bewahrende gehen wird. Interpretationssache. Meine Meinung. Warten wir’s ab …

 

Infografik: Wie die Deutschen ihr Land einschätzen 2016 | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Ich versuche, bei allen Beiträgen einen Bezug zu marktforscherisch relevanten Themen zu sehen und das Thema ‚Wahrnehmung‚ ist ein ganz zentrales. In jedem Fragebogen, jedem Leitfaden kommt die Frage oder Überschrift nach der Wahrnehmung eines bestimmten Themas, Sachverhalts oder Produkts. Verlassen sollte man sich auf die Wahrnehmung, die ja oftmals auch ein Wunschdenken ist, nicht. Und die Versuchung und Gefahr, bei der Auswertung und Analyse eine wie und wodurch auch immer beeinflusste (persönliche) Wahrnehmung mit ‚Wahrheit‘ (= so ‚ist‘ es) gleichzusetzen bzw. zu verwechseln ist … real.

Schnell wird man mit den Fragen konfrontiert, was ‚Wahrheit‘ genau ist und wie nah man einer objektiven Wahrheit überhaupt kommen kann; und zwar sowohl aus Sicht des Befragten/Konsumenten als auch des Marktforschers.

Wie schafft man es, sich einer objektiveren Sicht der Dinge zu nähern und der oben angesprochenen ‚Versuchung‘ zu widerstehen? Einige Aspekte können helfen:

  • Einen Rahmen schaffen, der es dem Befragten ermöglicht, so sein zu können wie er ist und sein will
  • Ein möglichst tiefes und weitgehendes Verständnis dafür zu erlangen, welche Motivationen und Bedürfnisse dem Kauf eines Produkts/einer Dienstleistung zugrunde liegen – dies vor allem auch in emotionaler Hinsicht
  • Und last but not least der gesunde Menschenverstand seitens des Marktforschers

 

Kühe stehen auf der Weide, schauen kurz auf und grasen dann gemütlich weiter. Wenn doch alles so einfach wäre.

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